Eine normale binationale Beziehung?

Tauschen Sie sich mit den anderen Mitgliedern über Ihre eigenen Erfahrungen über Beziehungen und Ehe mit einem orientalischen Mann aus.

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Nilka
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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von Nilka » 12.05.2018, 16:45

Ich finde, das das sehr wertvolle Tipps von Julia sind.
Ich weiß nicht (mehr?) wie alt du, Julia bist, aber ich glaube relativ jung und deine Vorgehensweise ist sehr reif.
Trauern zum Beispiel - egal um was es sich handelt - man sie zulassen, ausleben. Verdrängen und überspielen bringt nichts.
Aber:
Wenn es manchmal Trigger-Momente außerhalb dieser Zeit gibt, ist es für mich wichtig, die ersten Symptome wahrzunehmen, z. B. wenn Erinnerungen hochkommen, ich aber trotzdem präsent und konzentriert sein muss. Dann sage ich mir echt: Diese Erinnerungen haben es verdient, dass ich mir Zeit für sich nehme, ABER jetzt nicht. Jetzt gibt es andere Anforderungen. Heute Abend kann ich mich darum kümmern, aber jetzt mache ich das, was ich machen wollte und was erwartet wird.
Je häufiger ich das gemacht habe, desto einfacher wurde es, das zu kontrollieren.
Das ist ein Prozess, der dauert und das muss erlernt werden.
Sehr weise! man muss nicht Opfer seiner Emotionen und Stimmungen sein. Man kann lernen, sie zu kontrollieren.
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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von gadi » 12.05.2018, 18:10

Ich finde deine Tipps auch sehr treffend, Julia.
Wenn ich mich mal kurz selbst zitieren darf (ging in die gleiche Richtung und ist erprobt wirksam :wink: ):
http://forum.1001geschichte.de/posting. ... 2&p=334807
gadi hat geschrieben:@Daniel: Ja, vieles ist "ungerecht" und schreit zum Himmel. Es gibt soviel Dummheit, Falschheit, Undankbarkeit. Vieles werden wir nie so richtig verstehen können.
Aber so manches kannst du einfach nicht ändern., so sehr du es dir auch wünschst.

Liebeskummer ist ein so schlimmer, heftiger Zustand. Vielleicht kannst du versuchen, immer kurz bevor die Tränen kommen, dir zu sagen: NEIN, NICHT JETZT.
Die Tränen kannst und sollst du dann später, zu Hause oder in einer geschützten Situation weinen. Denn sie müssen geweint werden. Dann wird es langsam, aber sicher, besser werden. Versprochen!

Du kannst immer hierher ins Forum kommen um zu "jammern" und dich auszutauschen, das hilft sicher auch. Wünsche dir heute noch einen einigermaßen erträglichen Tag :wink: .
Solche schlimmen Zeiten hast du ja eh schon überwunden, nordicgirl, und dein Leben wieder bravourös in sehr gute, richtige Bahnen gelenkt.
Wenn jedoch die traurigen Momente mal ab und zu wiederkommen, lebe sie, aber alles zu seiner Zeit.
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Justicia
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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von Justicia » 12.05.2018, 19:55

Danke ihr beiden <3

Gadi, das hast du sehr gut ausgedrückt.
Leben bedeutet halt auch Erfahrungslernen.

Fast jeder Mensch, der wirklich mal schlimmer Kummer hatte, weiß das.

Nilka, ich bin 30. Ich weiß nicht, wie das "Foren-Durchschnittsalter" ist und ob mein Alter eher jung oder alt ist. "Age is just a number" :wink:

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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von Nilka » 12.05.2018, 20:19

Julija hat geschrieben:Nilka, ich bin 30. Ich weiß nicht, wie das "Foren-Durchschnittsalter" ist und ob mein Alter eher jung oder alt ist. "Age is just a number" :wink:
Schöööön jung :D
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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von nordicgirl » 14.05.2018, 14:06

Danke euch allen für die aufmunternden Worte :)

Danke vor allem Dir Julija; das sind wahre Worte! Ich werde für mich selbst die Aufteilung in die beiden Bereiche beherzigen.
Ich kann dir empfehlen nicht zu streng mit dir zu sein. Du hast schlimmes erlebt und das hat eben Folgen, die auch nur du verstehen kannst, weil nur du sie fühlst.
Leider bin ich immer zu hart zu mir selbst. Deshalb tut es gut von außen zu hören, dass auch andere diese dunklen Löcher kennen und dass es legitim ist, in einem geschützten Raum die eigene Trauer rauslassen zu dürfen.

Insgesamt fällt es mir sehr schwer, auch mir selbst zu vergeben. (Schließlich hätte ich mich viel früher trennen können) Dabei ist das ein so wichtiger Prozess, um den Frieden mit sich selbst zu finden. Es ist halt ein langer Weg, wobei die Sonne schon deutlich häufiger scheint.

sonnige Grüße

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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von nordicgirl » 10.12.2019, 11:01

Hallo ihr Lieben,

irgendwie habe ich das Bedürfnis mich euch mal wieder mitzuteilen.
Mittlerweile ist mir klar, dass es sich auch bei meiner ehemaligen Beziehung mit dem Marokkaner eindeutig um Beszness handelt.
Wie komme ich selbst darauf:
Nun bin ich aus beruflichen Gründen viel auf Facebook unterwegs und mir wurde heute der Freundschaftsvorschlag einer jungen Marokkanerin gemacht. Und es ist tatsächlich seine Neue. Sie haben letzten April geheiratet und sie ist seit wenigen Tagen in Deutschland bei ihm, wie glückliche öffentliche Post zeigen. Er und seine Sippe ist
Es genau so gekommen, wie ihr das hier und in anderen Threads oft genug prophetzeit habt!!

Und was macht diese Info mit mir? Gerade innerlich ziemlich viel. Einseits fühle ich immer noch einen Stich ins Herz, Trauer, Wut, Scham, Rachegedanken, aber auch Erleichterung, da ich nun Klarheit habe. Es war halt auch von seiner Seite aus Beszness:
Rückblickend betrachtet war ich ich gut genug, um ihm Wohnung und nachher überwiegend auch sein Alltagsleben in Deutschland zu finazieren, während er erst studierte und dann auf Jobsuche ging. Spurte ich nicht, wurde ich mit Liebesentzug bestraft (auch das ist mir erst im Nachhinein klar geworden) und bekam ein paar Zuckerstücke hingweorfen, damit ich bei ihm bleibe. Mit dem Job und seiner Einbürgerung hier hatte ich "meinen Job" getan und es wurde Zeit für ihn, sich nach einer passenden einheimischen Jungfrau umzusehen... deshalb sehr wahrscheinlich die langen Aufenthalte in seiner Heimat, natürlich ohne mich. Den Rest kennt ihr...
Tja zum Glück wollte er mich nicht heiraten und zum Glück habe ich mich getrennt. :D
Dann kam ja nach der Trennung seine Geldforderungen, obwohl er bei mir Schulden hatte. Dementsprechend habe ich auch den Verlobungsring einbehalten, den er letztes Jahr zurückhaben wollte. Bestimmt für die Verlobung mit seiner einheimischen Jungfrau. Schade für ihn, dass ich seinen Forderungen nicht nachgekommen bin :lol:

Im Nachinhinein ist man immer schlauer...

Oh es tut gut, sich, dies hier von der Seele zu schreiben. Mein soziales Umfeld versteht leider nicht, wenn immer mal wieder das Alte hochploppt und ich das igrendwie loswerden muss.

sonnige Grüße

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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von gadi » 10.12.2019, 11:34

nordicgirl hat geschrieben:
10.12.2019, 11:01
Tja zum Glück wollte er mich nicht heiraten und zum Glück habe ich mich getrennt. :D
Dann kam ja nach der Trennung seine Geldforderungen, obwohl er bei mir Schulden hatte. Dementsprechend habe ich auch den Verlobungsring einbehalten, den er letztes Jahr zurückhaben wollte. Bestimmt für die Verlobung mit seiner einheimischen Jungfrau. Schade für ihn, dass ich seinen Forderungen nicht nachgekommen bin :lol:

Im Nachinhinein ist man immer schlauer...

Oh es tut gut, sich, dies hier von der Seele zu schreiben. Mein soziales Umfeld versteht leider nicht, wenn immer mal wieder das Alte hochploppt und ich das igrendwie loswerden muss.

sonnige Grüße

nordicgirl
Liebe nordicgirl,

es ist schön, mal wieder von dir zu lesen.

Die Klarheit tut trotz allem gut, oder? Es war wichtig, dass du dich getrennt hast.

Schreibe gerne weiter mit uns. Es freut uns, dass wir dir auch weiterhin helfen können.
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Corinna
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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von Corinna » 10.12.2019, 15:34

Liebes Nordicgirl,

schön, daß Du hier schreibst, wie alles gelaufen ist.

Du schreibst:
" Oh es tut gut, sich, dies hier von der Seele zu schreiben. Mein soziales Umfeld versteht leider nicht, wenn immer mal wieder das Alte hochploppt und ich das igrendwie loswerden muss.“
Ja, nicht nur Dein soziales Umfeld tut sich schwer mit dem Thema Bezness, sondern das allgemeine Umfeld. Sie können oder wollen es nicht begreifen – sogar die ganz Netten konnten es nicht.

Bis auf eine Ausnahme. Sie hatte durch meine Erzählungen und durch das Lesen im Forum daraufhin nach Jahren verstanden, daß sie gebeznesst worden war. Sie hat es gut gefunden das Ganze besser zu verstehen.

Eine andere hat zu meinem Erstaunen kein Feingefühl aufgebracht. Gerade von ihr hätte ich aufgrund dessen, wie ich sie jahrelang erlebt habe, Verständnis erwartet. Irgendwann wurde mir dann aber klar, daß sie selbst auch gebeznesst worden war. So war ihre Reaktion verständlicher.

Schreib hier gerne. Wir verstehen Dich hier.

Alles Gute
Corinna

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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von Cecilia » 10.12.2019, 22:06

nordicgirl hat geschrieben:
10.12.2019, 11:01
Hallo ihr Lieben,

Schade für ihn, dass ich seinen Forderungen nicht nachgekommen bin :lol:

Im Nachinhinein ist man immer schlauer...

Oh es tut gut, sich, dies hier von der Seele zu schreiben. Mein soziales Umfeld versteht leider nicht, wenn immer mal wieder das Alte hochploppt und ich das igrendwie loswerden muss.

sonnige Grüße

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Ich kann dich gut verstehen , es kommt immer wieder mal Tage , der Erinnerung , negative Tage ....auch ich bin dann immer froh hier aufgefangen zu werden .
Gut so das du seinen Forderungen nicht Folge geleistet hast , das erweckt in mir auch Freude 😁

Immer schön denen bezzie die Zähne zeigen und mit gehobenen Kopf und einem lachenden Gesicht weiter gehen und sich sagen , nein du nicht und so schon mal gar nicht .

Ich glaube schon , das sie das trifft in ihrem bezzie stolz ....es nicht geschafft zu haben .

Ja 😁
Liebe Grüße Cecilia ♡



Manchmal muss man erst den falschen Weg gehen, um den richtigen zu finden

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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von nordicgirl » 11.12.2019, 11:13

Hallo ihr Lieben,

herzlichen Dank für die lieben Antworten.
Die Klarheit tut trotz allem gut, oder? Es war wichtig, dass du dich getrennt hast.
Ja die Klarheit tut gut und zugleich irre weh, weil man merkt, dass man letzendlich doch nur ein Mittel zum Zweck war. Das Ärgerliche ist, ich hatte vor kurzen mit dem Ganzen Frieden geschlossen bzw. es auch ein Stückweit das Ganze als nicht mehr ganz so drastisch anzusehen. Jetzt wird mir halt mal wieder das Ganze Ausmaß bewusst.

Das Problem bei mir, dass ich ihn ziemlich jung kennen gelernt habe. Meine Eltern habe eine sehr toxische Beziehung geführt. Ich wollte das selbst nie für mich und bin trotzdem in die Falle getappt :( . ich kannte es halt nicht anders.
Es gab sogar schon früher Warnanzeichen, nur habe ich sie selbst nicht wahrgenommen. Es war ja normal.

Bei mir ist halt gerade mal wieder ein Lernprozess zu gange, der schmerzhaft ist. Letzendlich hat mein Ex auf mein jetziges Leben keinen negativen Einfluss mehr! Es sind seelische Narben und keine offene Wunden, die Schmerzen.

einen schönen Tag Euch

LG
nordicgirl
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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von gadi » 11.12.2019, 11:15

nordicgirl hat geschrieben:
11.12.2019, 11:13
Letzendlich hat mein Ex auf mein jetziges Leben keinen negativen Einfluss mehr! Es sind seelische Narben und keine offene Wunden, die Schmerzen.
Und das ist das Wichtigste!
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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von nordicgirl » 16.12.2019, 15:05

Hallo ihr Lieben,

muss es einfach los werden. Mein Ex wohnt ja in der nächstgrößeren Stadt in Bahnhofsnähe. Zumindest hätte ich gedacht, dass er für seine Frau eine bessere Wohnung mietet. Hat er aber nicht. Am Wochenende kam ich zufällig an seiner Adresse vorbei und sein Name stand immer noch dran.
Er bietet ihr ein kuscheliges 1 Zimmerapartment, mitten im Drogenviertel, sehr zentral gelegen. Da brauch man auch keinen Führerschein. :lol: Ein bißchen Schadenfreude tut gut. Denn ich vermutet mal, dass ihre Vorstellungen, wie das Leben in Deutschland ist, nun mit einer bitteren Realität konfrontiert werden. Zumal man mit dem Benz oder BMW nicht nach Marokko cruisen kann ;-)

Beruhigend, ihn los zu sein und sehr erleichternd, dass er seiner Landsfrau auch nichts bieten kann. (Schließlich habe ich ihm nicht geholfen seine Hochzeit zu finanzieren :wink: )

sonnigen Gruß Vera
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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von Nilka » 16.12.2019, 16:36

Hallo Vera,

für die Frau ist das dennoch eine Verbesserung.
Sie bekommen umsonst Essen, den Dach über dem Kopf und Krankenversicherung.
Wenn sie nicht aus besseren Verhältnissen kommt und keine Villa und dickes Auto erwartet, wird sie zufrieden sein.
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Re: Eine normale binationale Beziehung?

Beitrag von gadi » 16.12.2019, 17:07

Zustimmung. Für manche Frauen ist es auch noch simpler: Hauptsache verheiratet (und weg von "daheim", den drängenden Nachfragen...) mit einem einigermaßen vertretbaren Mann.
Glück (was "wir" darunter verstehen) ist ganz was anderes. Da ist die Dame nicht zu beneiden, liebe Nordicgirl.
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