Eine Frage zu einer Freundin

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesen Ländern

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Bini
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Bini » 10.07.2024, 14:46

Es ist ja so, eine Freundschaft aufzubauen ist viel Beziehungsarbeit usw. Wenn mich diese Freundin „verlässt“ und sich durch Bezness ruiniert, extrem verändert (Gehirnwäsche) und ein Suchtproblem entwickelt, dann macht das auch was mit mir. Und dann darf ich auch wütend sein über dass, was ich verloren habe. Denn sie ist nicht mehr der selbe Mensch und ist ständig auf dem Weg zum Abgrund. Ganz ehrlich, ich bin da erstmal stinksauer auf meine Freundin, denn sie ist intelligent, erwachsen, kennt sich mit Bezness aus und macht trotzdem weiter.
Blankamarias und meine Freundin sind auch beide über 60, also lebenserfahrene Frauen, die unbedingt einen 30 Jahre jüngeren Beznesser haben müssen. Sorry, das ganze macht mich wütend und ich sehe die beiden auch nicht nur als Opfer.

Bini
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Bini » 10.07.2024, 14:55

Für mich ist das hier auch so eine Mischung aus Sextourismus und Bezness. Einmal vor zwei Jahren ist meine Freundin wieder zu ihm nach Tunesien geflogen. Als ich sie gefragt habe warum (es war eigentlich Schluss, weil er sie im Urlaub vorher geschlagen hatte), hat sie mir geschrieben:
Ich will mal wieder richtig f . . . . .

Delphi69
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Delphi69 » 10.07.2024, 16:31

Liebe Biankamaria,

ich empfinde Deine Einstellung zu Deiner Freundin und zu Dir selbst als sehr warmherzig und wertschätzend.

Du hast Deine Freundin wirklich lieb, bezeichnest sie als Schwester. Gleichzeitig zeigst Du ihr aber auch Grenzen auf. Das macht wahre Freundschaft aus.
Du lässt sie nicht fallen, obwohl Du gerade fassungslos und vor allem machtlos ihrem "Treiben", ihrem Verderben zusehen musst.
Und Du sorgst für Dich, indem Du ihr deutlich machst, wie sehr Dich das alles belastet. Immerhin geht das ganze Elend nun schon 2 Jahre.

Mir tut Deine Freundin leid. Sie wird gedemütigt und erniedrigt und findet keinen Ausweg, hält an dieser schrecklichen Situation fest. Warum auch immer das so ist. Sie ist, so wie Du sie beschreibst, ein herzensguter Mensch - lass sie nicht fallen.
Ich wünsche Deiner Freundin, dass sie ganz schnell um ihrer selbst aus dieser furchtbaren Situation herauskommen will. Und dann wirst Du für sie da sein.

Euch beiden viel Kraft und Glück.


@Bini: Dein Groll auf Deine Freundin ist verständlich, dennoch würde ich den an Deiner Stelle nicht auf Biankamarias Situation übertragen. Biankamaria möchte ihre Freundin nicht sehenden Auges weiter in ihr Unglück laufen lassen und dabei sollten wir hier im Forum sie unterstützen, sie stärken. Und im Zusammenhang mit einer uns unbekannten Frau Parallelen zu Deiner Freundin herzustellen, ihr Sextourismus zu unterstellen, sorry, das geht m.E. zu weit.

Liebe Grüße
Delphi69

Bini
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Bini » 10.07.2024, 16:47

Liebe Delphi, das sehe ich wie schon gesagt anders. Meiner Meinung nach sind die Übergänge Sextourismus und Bezness auch fließend. Ich finde z.B. männliche Sextouristen, die dafür nach z.B. Thailand fliegen und 30 Jahre jüngere Frauen „konsumieren“ widerlich.
Über 60 jährige intelligente Frauen, die mit 30 Jahre jüngeren Männern Liebesbeziehungen über die Geldebene eingehen, sorry, ich kann die nicht nur als Bezness Opfer betrachten, auch wenn einige hier im Forum gerne möchten, dass ich so denke. Und nein, ich kann auch nicht nur wütend auf die Beznesser sein. Auch wenn das vielen „Beraterinnen“ hier im Forum nicht gefällt. Aber es ist meine Meinung und da stehe ich auch zu.
Blankamaria, ich wünsche dir von Herzen, dass deine Freundin bald wieder zur Vernunft kommt.

Delphi69
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Delphi69 » 10.07.2024, 17:08

Ist in Ordnung Bini, Du hast Deine Meinung zu Biankamarias Geschichte. Ich persönlich finde die Vehemenz, mit der Du auf Deinem Standpunkt bestehst, befremdlich. Und ich frage mich, wie das auf Biankamaria wirkt. Mich würden solche Worte schwächen, nicht stärken.

Liebe Grüße
Delphi69

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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Cimmone » 10.07.2024, 21:13

Bei Sextourismus wird eine Beziehung auf sexueller Ebene eingegangen. Ein Mensch reist in ein Land mit starkem Vermögensgefälle, um dort Sex zu haben. Dafür wird dann auch Essen, Ausflug und Hotel bezahlt. Das "Freundin - Paket" oder "Freund - Paket" sozusagen. Beide wissen das, da ist nichts verkrochenes oder verlogenes dabei.

Bei Bezness wird die betroffene Person bewusst belogen, mit Manipulatiostechniken, die jeden Narzissten vor Neid erblassen lassen würde, in die emotionale Enge getrieben.
Es wird Liebe vorgegaukelt, future faking betrieben und der Sex dient hier dazu, das Opfer weiter an sich zu binden, ist oftmals die einzige Zuwendung, die es erhält. An der Freundin von Blankamaria sieht man das. Eigentlich macht er deutlich, dass er nichts von ihr will außer Geld. Dazu muss sie nicht in Gambia sein. Und abends "rutscht" er über sie rüber, nicht aus Geilheit, sondern weil er so die Bindung aufrecht erhalten kann. Sie ist verblendet, gut angefüttert von drei Wochen Urlaub und, vermutlich, täglichem Säuselkontakt, wie sehr er sie vermisst.

Bini, bei allem Respekt, aber Sextourismus und Bezness kann man nicht in einen Topf werfen.
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Evelyne » 11.07.2024, 11:08

Danke Cimmone, ganz meine Meinung.
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Bini
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Bini » 11.07.2024, 14:17

Mag sein, dass ihr recht habt. Ich finde es aber (sorry falls das diskriminierend sein sollte) ekelhaft, wenn über sechzig jährige Frauen mit dreißig Jahre jüngeren und attraktiven Beznessern Beziehungen eingehen. Wissen diese Frauen nicht, wie alt sie sind und wie ihre (oft übergewichtigen) Körper aussehen? Das sind intelligente sechzig jährige Frauen, mit guten Berufen, die Kinder großgezogen haben. Und diese Frauen sollen „nur“ Opfer und völlig unschuldig daran sein, was diese jungen Beznesser mit ihnen tun?
Es tut mir leid, aber irgendwie will und kann ich diese älteren Frauen nicht nur als „Arme“ Opfer betrachten. Deshalb habe ich hier auch die Vermutung, dass Sextourismus auch Anteile bei diesen Frauen haben kann. Irgendwie eine Mischform aus Sextourismus und Bezness.

AnnaAn
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von AnnaAn » 11.07.2024, 16:35

Bini hat geschrieben:
11.07.2024, 14:17
Mag sein, dass ihr recht habt. Ich finde es aber (sorry falls das diskriminierend sein sollte) ekelhaft, wenn über sechzig jährige Frauen mit dreißig Jahre jüngeren und attraktiven Beznessern Beziehungen eingehen. Wissen diese Frauen nicht, wie alt sie sind und wie ihre (oft übergewichtigen) Körper aussehen? Das sind intelligente sechzig jährige Frauen, mit guten Berufen, die Kinder großgezogen haben. Und diese Frauen sollen „nur“ Opfer und völlig unschuldig daran sein, was diese jungen Beznesser mit ihnen tun?
Es tut mir leid, aber irgendwie will und kann ich diese älteren Frauen nicht nur als „Arme“ Opfer betrachten. Deshalb habe ich hier auch die Vermutung, dass Sextourismus auch Anteile bei diesen Frauen haben kann. Irgendwie eine Mischform aus Sextourismus und Bezness.
Der Unterschied zwischen Bezness und Sextourismus ist definitiv sehr deutlich vorhanden. Und ja, auch Frauen können Sextoruismus leben - die sind dann jedoch auch keine Bessnezopfer und haben keinen Schaden daraus, der aufgrund einer vorgetäuschten Liebesbeziehung entsteht.

Sextourismus ist keine Lüge und keine Manipulation. Bei Bezness wird von Liebe gesprochen, es wird vom Beznesser eine Beziehung vorgespielt, es werden Manipulationstechniken angewandt, die ähnlich wie bie Pick-up-Artists, die Frau zu anderen Zwecken als einer Beziehung einfängt und ihr wird eine Liebe einredet, die nicht existiert.

Also ich sage hier mal Mann-Beznesser und Frau-Beznessopfer. Die Frau ist emotional eingefangen und menschlich eingewickelt. Sie glaubt an eine Beziehung, sie glaubt an das "ich liebe dich und will für immer glücklich mit dir sein", sie möchte eine gelebte Beziehung mit Beziehungszukunft. Der Beznesser schafft es, ihre Träume zu. bedienen, indem er etwas vorspielt. Beim Sextouristen ist es anders - da weiss man, um was es geht, nämlich nur um Sex und nicht um Liebe und Beziehung, Wie bei vielen Prostituierten gibt es natürlich auch Stammkunden, die regelmässig zurselben Frau anreisen. Es kann sich dabei natürlich auch mehr entwickeln, ist aber nicht das Ziel.

Beim Bezness wird eine Beziehung nach unseren Massstäben (Kultur, Idealen, Trääumen, Romantikbegriff) vorgegaukelt, um andere Ziele zu verfolgen - sei es Aufenhatlsgenehmigung, Visum, Geld, oder auch Sex, wobei die Frau immer glaubt, sie würde wirklich von tiefstem Herzen her geliebt werden. Dass ihre romantischen Liebesträume und Beziehungsvorstellungen beim nur vorgespielt wurden und alles bedient wird, ist das tragische und eben auch kriminelle daran. Die Frauen geben wirklcih alles für ihre Beziehung - nehmen administrative und finanzielle Hürden auf sich und ackern sich ab, um ihre Beziehung zu leben. Sie denken wirklich, dass es sich um eine binationale und bikulturelle Beziehung handelt. Am Ende ist eine solche Beznessgeschichte auch schnell sozialschädigend - die Frau wurde von ihrem sozialen Umfeld isoliert, sei es durch Manipulation oder aus Scham oder anderne Gründen.

Dass du es eklig findest, wenn ein großer Altersunterschied besteht, ist deine Auffassung. (Was ist denn genau eklig?).

Dass du nicht verstehst, warum man einem anderen Menschen, den man toll findet, trotz vieler Warnsignale vertraut, zeigt, wie eine gelungene Manipulation bei den Opfern aussieht und dass du eben nicht manipuliert wurdest.

Lies dich mal über Pick-up-Artist ein bisschen ein, schau dir Youtubevideos zu Loverats an... und schau dir die klassischen Heiratsschwindlergeschichten an - überall wird die Frau eingewickelt und sie glaubt ihrem Liebsten. Einige der Stories haben es auch bis hin zu Netflix geschcafft ("Tinder Swindler", "Bad Surgeon")....

Natürlich denkt man als aussenstehender und nicht manipulierter Mensch seine Gedanken und steht dem ganzen Treiben skeptisch gegenüber. Aber wir sind ja nicht eingewickelt in das Gespinnst. Darum sollten solche Leute eben die Freundschaft nicht vergessen, die ja eine Art von Beziehung ist und darin besteht, dass man auch in schlechten und Notzeiten verlässlich ist. So wie Biankamaria hier.

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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Evelyne » 11.07.2024, 17:38

Sehr gut analysiert, AnnaAn !
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von gadi » 12.07.2024, 07:09

Ein weiterer Unterschied zu Sextourismus ist, dass die Betroffenen genauso (oder noch leichter) in die Beznessfalle geraten und nun darin gefangen wären, wenn dieser Beznesser gleichaltrig oder älter wäre. Nur mit einem "jungen Körper" hätte der Beznesser die Betroffene niemals in seinen Bann ziehen und sie dort halten können. Ginge es hauptsächlich um Körperlichkeit, wäre es ein leichtes für die Betroffenen, sich dafür an andere Männer zu werden für welche sie nicht solche Opfer bringen und durch emotionale Höllen gehen müssten.

Denn es geht bei Betroffenen gerade nicht darum, sich einen jungen Lover aufzutun. Der Beznesser "überzeugt" völlig anders. Wer das nicht versteht, hat Bezness nicht verstanden.

Einen großen Altersunterschied bei Paaren (die Macrons zum Beispiel ) "ekelhaft" oder irgenwie "seltsam" zu finden (und das kundzutun) fällt manchmal unter Meinungsfreiheit. Ich persönlich finde solche Paare jedenfalls nicht "ekelhaft". Bezness bedeutet, dass die Betroffenen die Beznessbeziehung als Partnerschaft begreifen. Gerade dafür tut der Beznesser einfach alles.
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Toastie » 12.07.2024, 14:59

gadi hat geschrieben:
12.07.2024, 07:09
Ein weiterer Unterschied zu Sextourismus ist, dass die Betroffenen genauso (oder noch leichter) in die Beznessfalle geraten und nun darin gefangen wären, wenn dieser Beznesser gleichaltrig oder älter wäre. Nur mit einem "jungen Körper" hätte der Beznesser die Betroffene niemals in seinen Bann ziehen und sie dort halten können. Ginge es hauptsächlich um Körperlichkeit, wäre es ein leichtes für die Betroffenen, sich dafür an andere Männer zu werden für welche sie nicht solche Opfer bringen und durch emotionale Höllen gehen müssten.
Dem stimme ich zu!
Es hat absolut nichts mit dem Jung-Alt-Gefälle oder gar Sextourismus zu tun. Ich wage sogar zu behaupten, dass nur diese großen Altersdifferenzen oft mit Benzness assoziiert werden, weil sie eben auffällig sind, daher schnell bekannt werden und man sich da eben schnell fragt, ob der große Altersunterschied, gepaart mit dem Einkommensunterschied, nicht zu einer sehr hohen Skepsis führt. Neben den Fällen mit der hohen Altersdifferenz gibt es und gab es aber auch immer Fälle mit weniger Altersdifferenz. Der einzige Grund, warum Ältere gerne eingewickelt werden ist, da sie aufgrund ihres Alters auch mehr Zeit hatten, Geld und andere Benefits für die Bezzies anzuhäufen oder einfach gelassener, bodenständiger sind und ev. nicht mehr dem schnellen "Kick" mit einem tollen (jungen) Mann hinterherjagen. Sie sind fähig, sich auf etwas "Ernstes" einzulassen und daher ideal für diese Verbrecher(-innen).
gadi hat geschrieben:
12.07.2024, 07:09
Denn es geht bei Betroffenen gerade nicht darum, sich einen jungen Lover aufzutun. Der Beznesser "überzeugt" völlig anders. Wer das nicht versteht, hat Bezness nicht verstanden.
Das stimmt allerdings! Darum geht es bei Bezness gar nicht. Man würde sich in eine Milchpackung verlieben, könnte sie so gut manipulieren wie Beznesser/-innen! :mrgreen: Wenn es um junge Lover gehen würde, könnte man sich die ganz einfach und ohne Verpflichtungen kaufen als Sexarbeiter/-innen. Das ganze Leid nehmen die Betroffenen ja nur in Kauf, weil sie von einer echten Liebesbeziehung ausgehen oder zu Beginn jedenfalls ausgingen und dann so stark manipuliert wurden, dass sie den Absprung später nicht mehr schaffen. Nach außen ist das schwer zu begreifen aber man muss es sich einfach - z.B. anhand der Erfahrungsberichte hier- vorstellen (lernen)! Wenn sich jemand zusätzlich zu diesem Irrglauben, dass es eine echte Beziehung ist, vom Beznesser jahrelang ausnutzen und missbrauchen lässt, kommen da tiefergehende Dimensionen dazu, für die die Psychiatrie/Psychologie die besten Antworten hat. Das fällt mir z.T. auch sehr schwer zu verstehen und es ist sicher extrahart, wenn man Angehörige ist. Sextourismus ist jedenfalls etwas ganz anderes!
gadi hat geschrieben:
12.07.2024, 07:09
Bezness bedeutet, dass die Betroffenen die Beznessbeziehung als Partnerschaft begreifen. Gerade dafür tut der Beznesser einfach alles.
Genau! Es ist eine ganz normale Partnerschaft, so wird es den Betroffenen jedenfalls perfekt vorgemacht. :cry: :evil:

Man kann das ekelig finden, ja, ich persönlich sehe genug gleichaltrige Pärchen, die ich auch nicht so appetitlich finde, ich mache da keinen Unterschied im Kopf scheinbar! :lol:
Wichtig finde ich, dass man die "Opfer" hier nicht zu Verbrechern macht, weil man sich selbst nicht vorstellen kann, dass einem das passieren kann. Da spielen so viele Faktoren mit, Sehnsüchte und psychologische Dimensionen, da könnte man einen eigenen Forschungszweig etablieren, welche menschgegebenen Mechanismen und Dispositionen der Nährboden für Bezness werden. Leider ist Bezness kompliziert und man kann das Verbrechen nicht in schwarz und weiß einteilen, zumindest nicht auf Betroffenen-Seite! :!:
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Cimmone » 12.07.2024, 18:34

Toastie hat geschrieben:
12.07.2024, 14:59
Man würde sich in eine Milchpackung verlieben, könnte sie so gut manipulieren wie Beznesser/-innen!
:lol: :lol: :lol:

Der ist gut.
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von gadi » 12.07.2024, 19:21

Cimmone hat geschrieben:
12.07.2024, 18:34
Toastie hat geschrieben:
12.07.2024, 14:59
Man würde sich in eine Milchpackung verlieben, könnte sie so gut manipulieren wie Beznesser/-innen!
:lol: :lol: :lol:

Der ist gut.
Aber echt. 😅
Und es steckt viel Wahrheit und Verständnis von Bezness drin.
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Bini » 13.07.2024, 08:48

Danke für eure Ausführlichen Erklärungen, Ja, ich stecke da als Freundin zu tief drin und bin stinksauer, dass meine Freundin so was über Jahre mit sich machen lässt. Eure Erklärungen leuchten mir ein. Vom Verstand her weiß ich ja auch, dass Bezness so funktioniert, wie ihr es erklärt.
Vom meinem Gefühl ist da trotzdem diese Wut auf meine Freundin, die ich einfach innerlich nicht loswerde.
Das schlimme ist ja auch, dass viele Bezness Opfer, dass alles vom Verstand her auch wissen. Sie lesen hier teilweise jahrelang mit, machen aber trotzdem mit ihrem schrecklichen Verbrecher weiter. Ich finde natürlich nicht generell einen großen Altersunterschied, egal ob Mann oder Frau schrecklich. Soll jeder doch so leben und lieben, wie er will. Ja, das ganze wäre einen Forschungszweig wert. Alles Liebe, Biancamaria für Dich

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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Toastie » 13.07.2024, 22:47

gadi hat geschrieben:
12.07.2024, 19:21
Cimmone hat geschrieben:
12.07.2024, 18:34
Toastie hat geschrieben:
12.07.2024, 14:59
Man würde sich in eine Milchpackung verlieben, könnte sie so gut manipulieren wie Beznesser/-innen!
:lol: :lol: :lol:

Der ist gut.
Aber echt. 😅
Und es steckt viel Wahrheit und Verständnis von Bezness drin.
He he :mrgreen: ... es ist doch echt schockierend, wenn einem irgendwann bewusst wird, dass Bezness niemals mit den an dieser "Beziehung" beteiligten Menschen oder ihren Persönlichkeiten, bzw. der gefühlten "Chemie" zwischen ihnen zu tun hat (wie bei jeder echten Beziehung). Erst dann gehen einem die Augen auf, was Bezness eigentlich ist.... :evil:
Liebe Grüße!
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Toastie » 13.07.2024, 23:12

Bini hat geschrieben:
13.07.2024, 08:48
Danke für eure Ausführlichen Erklärungen, Ja, ich stecke da als Freundin zu tief drin und bin stinksauer, dass meine Freundin so was über Jahre mit sich machen lässt. Eure Erklärungen leuchten mir ein. Vom Verstand her weiß ich ja auch, dass Bezness so funktioniert, wie ihr es erklärt.
Vom meinem Gefühl ist da trotzdem diese Wut auf meine Freundin, die ich einfach innerlich nicht loswerde.
Man sagt ja die Wut ist wie ein "Bodyguard" für die weicheren Emotionen. Der Türsteher vorm Herzen sozusagen oder eine Art Pokerface, um die "schwierigeren", schmerzhafteren Emotionen nicht rauslassen zu müssen. Wut schützt dich sozusagen und das ist nach so einem Schock wie mit deiner
(Ex-)Freundin gut. Aber zu lange darfst du die Wut nicht herrschen lassen, sonst wird sie giftig für dich selbst! Eventuell gehst du ja noch einmal in dich und stellst dir die Frage, was "hinter" dieser Wut steckt/steht? Vielleicht ist da Trauer, Enttäuschung, eigene Sehnsüchte, die an diese Freundschaft geknüpft waren und nun nicht mehr bedient werden? Stell dir doch einmal die Frage, warum sich deine Wut vor allem gegen deine (Ex-)Freundin richtet und nicht gegen ihren Beznesser? Möchtest du den nicht auch in der Luft zerfetzen, dass er sie sich ausgesucht, manipuliert und "willenlos" gemacht hat, sie geschlagen und degradiert hat? Ihr Liebe vorspielt, weil er an ihr Erbe möchte? Also auf ihn wäre ich noch viel wütender als auf sie, denke ich :evil: .
Bini hat geschrieben:
13.07.2024, 08:48
Das schlimme ist ja auch, dass viele Bezness Opfer, dass alles vom Verstand her auch wissen. Sie lesen hier teilweise jahrelang mit, machen aber trotzdem mit ihrem schrecklichen Verbrecher weiter.
Ich denke, dann ist die Manipulation schon zu stark fortgeschritten, dass der Geist schon völlig benebelt ist und die Betroffenen wenig Entscheidungsfähigkeit haben. Bei mir führten 5 Monate Bezness bereits zu starkem Identitätsverlust. Durch das "Gaslighting" weiß man wirklich nicht mehr, ob man völlig verrückt ist und tendiert dazu, dem Bezzie alles zu glauben. Er macht einen quasi ständig unsicher, damit er einen kontrollieren kann. Wenn man erst geschwächt ist, kann die Manipulation gut greifen. Bei mir waren das zu Beginn z.B. scheinbar "normale" Sätze wie "du machst dir doch selbst deine Probleme" oder "warum grübelst du immer soviel?", usw.. Wo ich dann wirklich dachte, dass er Recht hat. Alles könnte ja so schön sein, wenn ich nur etwas anders wäre, so gelassen, souverän und charismatisch wie der Bezzie z.B... :roll: :evil: . Bezness fühlt sich so an, als würde die eigene "Festplatte" gelöscht und mit der neuen (Bezzie-)Festplatte bespielt werden. Ich kann mir vorstellen, wenn man viele Jahre mit einem Bezzie verbringt, dann ist es nahezu unmöglich noch ein eigenständiges Denken zu bewahren oder sich gegen diese ständigen Manipulationen und Hirnwäschen zu wehren, man funktioniert dann nur noch (für den Bezzie) und kennt nichts anderes mehr. Dazu isoliert der Bezzie einen ja und redet einem ein, dass er der Einzige ist, der einen so lieben und verstehen kann, usw... :cry: :evil: :twisted:
Liebe Grüße,
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von StrivingForLight » 14.07.2024, 15:30

Liebe Toastie,

Du schreibst:
Toastie hat geschrieben:
13.07.2024, 23:12
Aber zu lange darfst du die Wut nicht herrschen lassen, sonst wird sie giftig für dich selbst! Eventuell gehst du ja noch einmal in dich und stellst dir die Frage, was "hinter" dieser Wut steckt/steht? Vielleicht ist da Trauer, Enttäuschung, eigene Sehnsüchte, die an diese Freundschaft geknüpft waren und nun nicht mehr bedient werden?
Mit dieser Frage, die auch mich bewegt, näherst Du Dich meiner Ansicht nach sehr gut dem Kern der Sache. Der Verlust der Freundschaft wird in diesem Fall in den Vordergrund gestellt, nicht das Verbrechen des Beznessers, der den geballten Zorn verdient.
Toastie hat geschrieben:
13.07.2024, 23:12
Bezness fühlt sich so an, als würde die eigene "Festplatte" gelöscht und mit der neuen (Bezzie-)Festplatte bespielt werden. Ich kann mir vorstellen, wenn man viele Jahre mit einem Bezzie verbringt, dann ist es nahezu unmöglich noch ein eigenständiges Denken zu bewahren oder sich gegen diese ständigen Manipulationen und Hirnwäschen zu wehren, man funktioniert dann nur noch
Der Vergleich mit der „überschriebenen Festplatte" müsste jedem einleuchten, der nicht persönlich von Bezness betroffen ist und Verständnisprobleme dafür hat, warum sich Betroffene manchmal sogar über eine sehr lange Zeit nicht recht schlüssig darüber sind, wie ihnen geschieht. Dazu kommt, dass empathische Menschen, denen das Wohl ihres Partners (bzw. ihrer Partnerin) am Herzen liegt, sich nicht selten erst mal fragen, wo sie denn vielleicht selbst etwas tun, was der „Beziehung“ nicht gut tut. (Jedenfalls kenne ich es so von mir.) Die Isolation, in die der Beznesser drückt, tut ein Übriges. Dadurch stehen Betroffene den Manipulationen noch ohnmächtiger gegenüber. Bis sie es nach einem manchmal leider langen Leidensweg denn doch zulassen können, genauer hinzuschauen und den Betrug zu erkennen.

Liebe Grüße
Striv
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Cimmone
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Re: Eine Frage zu einer Freundin

Beitrag von Cimmone » 14.07.2024, 20:34

StrivingForLight hat geschrieben:
14.07.2024, 15:30
Dazu kommt, dass empathische Menschen, denen das Wohl ihres Partners (bzw. ihrer Partnerin) am Herzen liegt, sich nicht selten erst mal fragen, wo sie denn vielleicht selbst etwas tun, was der „Beziehung“ nicht gut tut.
Das kommt mir auch bekannt vor. "Was stimmt nicht mit mir?" Ungeduldig: " nun fühl ich mich so depressiv, ist ja klar dass er sich mit mir nicht zeigen will"

Das fällt mir ad hoc ein.
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