Hallo, jetzt melde ich mich auch nochmal. Mit so vielen Kommentaren hätte ich niemals gerechnet und kann mich nur nochmal dafür bedanken. Eure Nachrichten durchzulesen hat mir sehr geholfen, einen klareren Blick auf die Geschehnisse zu bekommen und auch kleinere Vorfälle nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Leider hatte ich das Gefühl, dass mein Post auch eine kleine Diskussion zur Sinnhaftigkeit von Freiwilligenarbeit ausgelöst hat. Darum ging es mir hierbei aber nicht. Deshalb nur so viel:
- die Organisation, über die ich vor Ort war, arbeitet eng mit der Schule zusammen und unterstützt sie auch finanziell über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Bis auf meinen Mitgliedsbeitrag, den ich sowieso seit Jahren zahle, ist kein weiteres Geld von mir zur Organisation (oder Schule) geflossen.
- die letzten Freiwilligen vor mir waren 2019 vor Ort. Zu dieser Zeit war E noch gar kein Lehrer an der Schule. Es ist also nicht so, dass dort Freiwillige am Fließband kommen, für die man SIM-Karten einrichten müsste oder die E alle um den Finger hätte wickeln können.
- Sowohl der Dienst mit der SIM-Karte als auch die Hilfe beim Wäsche waschen waren Dinge, die von E bzw. seinem Vater angeboten worden sind, und die ich einfach dankend angenommen hatte. Ich habe zu keiner Zeit Ansprüche oder Forderungen gestellt.
Nun zum eigentlichen Thema..
Auf einige Dinge hatte ich E nochmal angesprochen:
- Wie er es als „Versorger/Beschützer“ zulassen konnte, dass ich so viel bezahlte? Naja, ein Mann hätte ja nur in einer Ehe der Versorger zu sein, sein Verhalten in einer außerehelichen Beziehung wäre nicht definiert, weil diese im Prinzip gar nicht erlaubt sei. Außerdem hätte er sich auch nicht getraut meinen Angeboten, bestimmte Dinge zu zahlen, zu widersprechen.
- Wie er den außerehelichen Sex mit seiner Religion vereinbaren kann, die ihm ja so wichtig ist? Ja, das wäre falsch und eine Sünde gewesen, aber es gäbe ja so viel schlimmere Verstöße und zumindest halte er sich ja sonst an alle Regeln…
Er erscheint mir wahnsinnig gut darin zu sein, sämtliche Situationen und Geschehnisse so hinzudrehen, dass sie irgendwo Sinn machen könnten. Ob er das macht, um mich einfach nur zu besänftigen oder ob er das alles tatsächlich selbst glaubt, um sein eigenes Selbstbild eines „guten Muslims“ zu bewahren? Ich bin mir da manchmal nicht ganz sicher..
Genauso unsicher bin ich mir nachwievor, ob er wirklich Beznesser ist (AMIGA/AIBGA), oder einfach nur jemand, der (wie er sagt) auch zum ersten Mal mit einem Menschen anderer Hautfarbe und Kultur und Mentalität zu tun hat und genauso wie ich versucht, irgendwie da durch zu navigieren.
Allerdings gebe ich zu, dass all eure Argumente, die für Bezness sprechen, einleuchtend sind, und mich dahingehend sehr an seiner Aufrichtigkeit zweifeln lassen.
Wie auch immer - und vielleicht hört sich das für den ein oder anderen naiv an - ich hatte ja dennoch eine sehr schöne Zeit mit ihm in Gambia. Und viele der Ausflüge wären ohne ihn sicherlich nicht (so leicht) möglich gewesen. Dafür war, bin und bleibe ich ihm sehr dankbar. Auch wenn ich einige Dinge für ihn gezahlt habe - wir sprechen hier ja nicht von hohen Geldbeträgen, es ist mir (noch) kein finanzieller Schaden entstanden.
Ich war während meiner Zeit in Gambia sehr glücklich, vor allem wegen ihm und all den Momenten, die wir zusammen hatten. Genauso möchte ich das in Erinnerung behalten. Ob das jetzt Bezness war oder nicht.
Was mir aber auf jeden Fall durch dieses Forum und eure Antworten bewusst geworden ist, ist, dass es sowieso niemals eine vernünftige Zukunft hätte.
Wir sind immer noch regelmäßig in Kontakt, aber ich bin daran, es Stück für Stück auslaufen zu lassen. Radikale Schnitte hab ich noch nie hinbekommen, bin kein Fan davon, Menschen, die mir mal wichtig waren, wie Müll zu entsorgen. Emotional hab ich mich aber auf jeden Fall schon ein ganzes Stück weit von ihm entfernt.
An dieser Stelle noch einmal meinen liebsten Dank an all eure Kommentare, ich wünsch euch allen alles Gute
