Mein Inder und Ich

Austausch über gemachte Bezness - Erfahrungen in diesem Kontinent

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Anaba
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Re: Mein Inder und Ich

Beitrag von Anaba » 01.04.2020, 09:37

Ich habe letzte Woche meinen Job verloren (und bevor der unnötige Einwand kommt, ich weiß, dass auch Andere zurzeit ihren Job verlieren oder darum bangen) und werde mich jetzt zurückziehen um wieder auf die Füße zu kommen. Ihr könnt das Forum also gerne weiterhin nutzen um über mich herzuziehen oder Anekdoten aus dem "schlimmsten Land der Welt" auszutauschen.
Guten Morgen Verliebte,

schade, dass du unsere Beiträge als „über dich herziehen“ siehst.
Ich verstehe, dass dir viele Antworten weh tun.
Nicht die, die dir ehrlich geschrieben haben, haben daran schuld, sondern wie Gadi ganz richtig schreibt,
es ist die Kultur dieses Landes, die eurer Beziehung im Wege steht.
Die eine gemeinsame Zukunft unmöglich macht, solange dein Freund nicht ehrlich und stark genug ist, sich
über die Zwänge hinwegzusetzen und um die Liebe zu kämpfen.
Danach sieht es allerdings nicht aus.
Nicht die Überbringer der schlechten Botschaften sind schuld an deinem Kummer.
Dieser Thread endet leider, wie viele andere.
Wenn die TE nicht die gewünschten Antworten erhalten, suchen sie die Schuld bei anderen.
Wäre es dir lieber gewesen, wir hätten dich belogen und Hoffnungen gemacht, wo es keine gibt?

„Schöne Worte sind nicht immer wahr, wahre Worte sind nicht immer schön“.

Ich wünsche dir alles Gute.
Liebe Grüße
Anaba

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anaba@1001Geschichte.de

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich offen im Gegensatz zu seiner Zeit
zu befinden und laut zu sagen: Nein
Kurt Tucholsky

nabila
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Re: Mein Inder und Ich

Beitrag von nabila » 01.04.2020, 09:46

hallihallo,

es liegt in der Natur der Sache dieses Forums, dass nicht alle Beiträge/Antworten gefallen. Hier darf jeder seine Meinung haben

und auch schreiben, solange nicht beleidigt wird und die Nettiquette eingehalten.

Verliebt85, Du hast den Beginn einer Beziehung forciert , diese anfangs heimlich gelebt, weil Tabu in der Firma, die Du deswegen

dann nach 2 Jahren verlässt. Aaaaaber dann verlässt ER die Firma ebenfalls zwecks Studium.


Dass im Moment hier viele ihren Job verlieren ist bekannt. Auch dass Arbeitgeber dabei soziale Verträglichkeiten beachten, wie

z.B. noch nicht so lange beschäftigt, ohne Kinder, Alleinverdiener mit Familie usw. Das ist übel, für viele existenzbedrohend.

Trotzdem lebst Du in Deutschland, einem Rechtsstaat dessen soziale Hängematte Dich nicht aufklatschen lässt, sondern auffängt.

Das passiert nicht in allen Ländern dieser Welt -- ohne jetzt spezielle Namen zu nennen. Es tut mir leid, dass Dein Job weg ist und

ich wünsche Dir bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung Glück und Erfolg.


liebe Grüße ♥
لا يزال بإمكانك الذهاب ببطء. لأنه في النهاية سوف نعود إلى نفسك فقط.
Du kannst ruhig langsam gehen. Denn am Ende findest Du nur wieder zu Dir selbst zurück.

Anissa
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Re: Mein Inder und Ich

Beitrag von Anissa » 02.04.2020, 00:06

Liebe Verliebt!

Ich schick dir ein grosses Paket Mitgefühl für deine Arbeitssituation. Bin auch zun Teil betroffen und fast meine ganze Familie.
Ich halte dir die Daumen, dass wieder etwas weitergeht wenn die Virusaffäre ausgestanden ist!

Alles Liebe Anissa

Ponyhof
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Re: Mein Inder und Ich

Beitrag von Ponyhof » 04.04.2020, 13:30

Falls Du noch mitliest, oder auch für andere Mitleser, hier auch mal ein bisschen Senf von mir.

Ich sehe hier 2 Ebenen (die durchaus miteinander zutun haben, aber ich betrachte sie dennoch mal getrennt).

Die eine Ebene betrifft die binationalen Probleme. Die wurden hier schon eingehend erörtert- kurz: Du bist für seine Familie -in deren Kosmos er gefangen ist- keine geeignete Kandidatin. Offensichtlich hat keiner aus der Familie Lust, dich näher kennenzulernen oder irgendeinen Kontakt zu Dir zu pflegen. Schon in unserer Kultur sollte Dir das ein Warnzeichen sein, in der dortigen Kultur, in der ein Individuum sich über seine Familie definiert und darüber hinaus noch in einem Kastenwesen gefangen ist, bedeutet diese Ignoranz deiner Person nur Eines: Als zeitweiliges Spielzeug bist Du von ihnen geduldet, aber wirst nie anerkannt. Eine Hochzeit wird es zwischen Euch nicht geben.

Die andere Ebene ist das, was jegliche Partnerschaft betrifft. Männer sind auch hierzulande meist recht einfach gestrickt. Es ist weniger interessant, was sie SAGEN, sondern es ist eher interessant, was sie TUN (oder eben nicht tun). Wer will, sucht Wege, wer nicht will, sucht Gründe. Ganz einfach.

Wenn er Dich heiraten will, könnte er das jederzeit tun. Verheiratet sein stört ihn nicht im Geringsten beim Studieren oder Ablegen irgendwelcher Prüfungen. Nein. Das kann er auch als Ehemann tun. Im Gegenteil- es würde ihn aufenthaltsrechtlich vielleicht entlasten und vielleicht sogar Vieles einfacher machen.

Warum heiratet er dich nicht? Weil er es nicht will (oder kulturellen Gründen nicht kann. Egal, kommt aufs selbe raus). Er wird auch später immer wieder Gründe finden, eine Hochzeit abzulehnen. Sei es, dass er erst einen Job finden muss. Irgendwas wird immer nicht passen.

Und Du spielst das Spiel ja mit, ermöglichst es ihm ja, so eine Beziehung mit Dir zu pflegen. Und das ist dann DEIN Part. Willst Du mit ihm zusammensein, und damit leben, dass er nicht zu Dir steht/stehen kann? Seine Freiheit braucht/nutzt/...? Dass eure Beziehung -für beide Seiten übrigens!- etwas Unverbindliches hat/bleibt?

Genau diese Fragen können Dir auch bei einem inländischen Partner begegnen. Jeder versteht unter einer „Idealbeziehung“ etwas Anderes, und es ist Sache des Paares, einen „gemeinsamen Nenner“ und ein für Beide tragbares Beziehungsmodell (und eine Rollenverteilung) zu finden. Und entweder BEIDE gehen mehr oder weniger Kompromisse ein (=arbeiten an der Beziehung), oder EINER steckt komplett zurück (=lässt sich alles gefallen, weil er in einer emotional/finanziell/sozial/... abhängigen Situation ist), oder man trennt sich (oder lebt halbfremd nebeneinander her). Viel mehr Möglichkeiten gibt es nicht.

Und da entscheidet dann die eigene Leidensfähigkeit (bzw. die Reflektion, welches Leben man führen will und welche Lebensziele einem wichtig sind und ob und wie diese von der Beziehung tangiert werden), ob nan sich trennen sollte oder nicht.

Es ist im Grunde genommen sehr einfach. Was und wieviel möchte man für die Partnerschaft aufgeben, was und wieviel investiert der Andere, und wie findet man sich zusammen.

Man kann den Anderen weder ändern, noch sollte man ihn überreden, überrumpeln, bevormunden oder dessen Lebenziele komplett ignorieren. Das gilt für BEIDE Seiten. Eine Partnerschaft ist im Idealfall eine Form von Teamwork, und sollte keine emotionale/finanzielle/soziale/... Sklaverei sein.
„Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein grosser Glücksfall.“ Dalai Lama

Eclipse
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Re: Mein Inder und Ich

Beitrag von Eclipse » 04.04.2020, 14:37

Ponyhof hat geschrieben:
04.04.2020, 13:30
entweder BEIDE gehen mehr oder weniger Kompromisse ein (=arbeiten an der Beziehung), oder EINER steckt komplett zurück (=lässt sich alles gefallen, weil er in einer emotional/finanziell/sozial/... abhängigen Situation ist), oder man trennt sich (oder lebt halbfremd nebeneinander her). Viel mehr Möglichkeiten gibt es nicht.

Und da entscheidet dann die eigene Leidensfähigkeit (bzw. die Reflektion, welches Leben man führen will und welche Lebensziele einem wichtig sind und ob und wie diese von der Beziehung tangiert werden), ob nan sich trennen sollte oder nicht.

Es ist im Grunde genommen sehr einfach. Was und wieviel möchte man für die Partnerschaft aufgeben, was und wieviel investiert der Andere, und wie findet man sich zusammen.

Man kann den Anderen weder ändern, noch sollte man ihn überreden, überrumpeln, bevormunden oder dessen Lebenziele komplett ignorieren. Das gilt für BEIDE Seiten. Eine Partnerschaft ist im Idealfall eine Form von Teamwork, und sollte keine emotionale/finanzielle/soziale/... Sklaverei sein.
Gute Zusammenfassung.

Man muss wissen, was man will und vor allem, was man nicht will.

Der Inder weiß was er nicht will: @Verliebt85 heiraten, sich verpflichten etc. Über die Gründe kann man nur spekulieren.

Sanna
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Re: Mein Inder und Ich

Beitrag von Sanna » 04.04.2020, 18:16

Hallo Verliebt85,
ich habe bisher nur deinen ersten Beitrag gelesen. Beim lesen musste ich an die Geschichte von Nordicgirl denken. Kennst du ihren Thread? Sie war relativ lange mit einem Marokkaner zusammen und das Heiratsthema wurde rausgezögert, bis es letztendlich während der Planung zur Trennung kam. Dann hat er eine Landsfrau geheiratet.

Liebe Grüße
"Es ist schwer, das Glück in uns zu finden und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden."
Nicolas Chamfort

Qisma
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Re: Mein Inder und Ich

Beitrag von Qisma » 04.04.2020, 19:04

Eclipse hat geschrieben:
04.04.2020, 14:37
Ponyhof hat geschrieben:
04.04.2020, 13:30
entweder BEIDE gehen mehr oder weniger Kompromisse ein (=arbeiten an der Beziehung), oder EINER steckt komplett zurück (=lässt sich alles gefallen, weil er in einer emotional/finanziell/sozial/... abhängigen Situation ist), oder man trennt sich (oder lebt halbfremd nebeneinander her). Viel mehr Möglichkeiten gibt es nicht.

Man kann den Anderen weder ändern, noch sollte man ihn überreden, überrumpeln, bevormunden oder dessen Lebenziele komplett ignorieren. Das gilt für BEIDE Seiten. Eine Partnerschaft ist im Idealfall eine Form von Teamwork, und sollte keine emotionale/finanzielle/soziale/... Sklaverei sein.
Man muss wissen, was man will und vor allem, was man nicht will.

Der Inder weiß was er nicht will: @Verliebt85 heiraten, sich verpflichten etc. Über die Gründe kann man nur spekulieren.
Bei einem Kompromiss macht jeder Abstriche. Kompromisse koennen nur funktionieren, wenn kulturelle Unterschiede nicht sehr gross oder nicht sehr wichtig sind. Ein Kompromiss ist nie die beste Loesung, da kein Partner das bekommt, was er moechte. Eine Zusammenarbeit ist nur auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner moeglich. Daher kann es oft zu unterschwelliger Unzufriedenheit kommen, die mittel- bis langfristig in offenen Konflikten endet.

Fuer den Inder und seine Familie ist es nicht unwichtig, dass Verliebt85 nicht den gleichen Bildungsstand und finanziellen Hintergrund hat. Das die Bildung als unpassend empfunden wird, wurde ja offenbar sogar offen angesprochen (und nicht nur gedacht).

Ihn trotzdem von einer Heirat ueberzeugen oder sogar ueberreden zu wollen (auch wenn es nur durch Warterei und erneute Anfrage ist), sorgt nur fuer seinen effektiven Widerstand. Seine "Konterargumentation" muss nicht aufwendig sein; der Ueberzeugungs-/Ueberredungsversuch kann auch nur entwertet, infrage gestellt (ich bin noch nicht so weit, vielleicht nach dem Studium) oder einfach uebergangen und dann vergessen werden. Bis jetzt hat er sich genauso verhalten.

Im Allgemeinen reagieren Menschen nicht positiv auf Bestrebungen, ihre Meinungsbildung zu manipulieren. Ein Heiratsantrag haette von ihm kommen muessen. Der Inder haette Verliebt85 einen Heiratsantrag gemacht, wuerde er sie heiraten wollen. Er hat aber nicht einmal diese Beziehung initiiert, wenn ich mich recht erinnere. Das hat sie getan. Meiner Meinung nach war das keine gute Idee.
Was dir in der Aussenwelt begegnet, ist nur eine Reflektion deiner inneren Welt.

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