Mutter

Austausch über gemachte Betrugserfahrungen in Deutschland

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Silur10
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Re: Mutter

Beitrag von Silur10 » 31.01.2021, 14:00

Hallo Jaci,

ich habe vor 2 Tagen wieder mal vom Enkeltrick gehört. Das ist Betrug!
Bezness ist auch Betrug u. derjenige den es betrifft, kann es ebenso nicht richtig einschätzen .
Ich würde mir als Tochter die Polizei/Kripo ins Boot holen. Vielleicht ist der Gambianer mit seiner Masche schon aktenkundig. Das es eine Masche ist, ist für mich sehr eindeutig, entweder es klappt oder nicht.
Die Polizei braucht nur in den Computer schauen und hat ein Ergebnis. Man kann stillschweigen vereinbaren.
Eure Mutter schließt noch Mietverträge ab, da ist es schwierig sie unter Aufsicht zu stellen ,wäre auch ungerecht aber wir wissen wie es ist, so mental bearbeitet zu werden .
Ich wünsche euch viel Kraft, um die Angelegenheit gut zu regeln.


Liebe Grüße Silur

chavah
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Re: Mutter

Beitrag von chavah » 24.05.2021, 21:02

Nach längerer Pause bin ich wieder da (blöder Unfall) und denke, ich kann hier etwas weiter helfen. Meine Familie kommt so langsam in das Alter, wo viele nicht mehr alleine leben können oder sollten. Auf der anderen Seite will man sie ja auch nicht entmündigen. Es ist ja ihr Geld, dass sie sich erarbeitet haben. Hier scheint mir das Hauptproblem zu sein, dass die alte Dame nicht allein sein kann. Das muss (dem Himmel sei Dank) nichts mit Liebe zu ihrem Wohnungsgefährten zu tun haben. Als Einstieg würde ich mich mal mit den verschiedenen Optionen, die es heute für alte Menschen gibt, erkundigen.

Meine Mutter (inzwischen 95) lebt in einer eigenen kleinen Wohnung mit eigenen Möbeln in einer Pflegeeinrichtung. Die Umgebung ist ihr vertraut, eben durch die Möbel, sie kann sich in ihr Umfeld zurück ziehen. Aaaaber: in dieser Einrichtung muss sie nicht allein sein, wenn sie nicht will. Da werden gemeinsame Reisen organisiert (vor Corona, klar, wird ja aber hoffentlich bald wieder gehen), sie kann dort verschiedene Kurse belegen (von malen mit Ölfarben bis Schreibkurse, was weiß ich), es gibt Kegelnachmittage, der Pfarrer kommt regelmäßig, sie ist also nur allein, wenn sie allein sein will. Ist, so denke ich, eine gute Alternative zum klassischen Altersheim, und beruhigt uns doch enorm. Mal schauen, ob man sie für so was begeistern kann. Damit hätte man das Problem der Einsamkeit gelöst.

Zur Betreuung: geht meist recht schnell, wenn gut vorbereitet. Nur, es müssen eben Gründe vorliegen. D.h., man bekommt niemand unter Betreuung gestellt, wenn er bei klarem Verstand ist und lediglich ein Ausgabeverhalten hat, was anderen nicht gefällt. Das dürfte hier das Problem sein. Ein Albtraum wäre dann, wenn sie sich doch unter Betreuung begäbe, aber der Afrikaner als Betreuer eingesetzt wird. Auch das kann passieren, sollte doch aber nicht sein. Das ist gut zu überlegen. Wenn man allerdings den Eindruck hat, dass da eine Demenz anfängt, dann kann man die Angelegenheit vielleicht geschickt steuern. Würde ich eventuell einen Anwalt einschalten, damit die Bahnen geordnet werden.

Die Polizei wird nicht unbedingt Auskünfte erteilen, ihr seid Dritte, das Stichwort da ist "Datenschutz." Wenn genug Ansatzpunkte für Betrug da sind, würde ich nicht zögern, Strafanzeige zu erstatten. Aber bitte nicht verwechseln: nicht jedes "Ausnehmen" einer Person ist auch ein Betrug im strafrechtlichen Sinn. Letztlich kann die alte Lady mit ihrem Geld machen, was sie will. Denn erben kommt nach sterben. Wenn allerdings kein Testament da ist, dann wäre zu prüfen, ob die Kinder nicht schon jetzt Erben nach dem Vater sind, dann könnte man zumindest 50% des väterlichen Erbes sicher stellen. Wäre ja auch schon was.

Was ist der Unterschied zum "Enkel-Trick?" Dort gibt sich jemand als ein naher Verwandter aus, und das Opfer verfügt nur deshalb zugunsten des Betrügers über sein Vermögen. Es werden hinsichtlich der Person also falsche Angaben gemacht. Das ist hier ja nicht der Fall, hier ist der Fall anders gelagert.

Was ich als Einstieg aber auf jeden Fall machen würde: eine einfache Meldeanfrage machen. Da sollte man dann Auskunft bekommen, ob der Bursche bei der Mutter gemeldet ist, das sollte er ja sein. Und auch, wo er vorher gelebt hat. Das ist auch so ein Einstieg in die Geschichte, an der man dann weiter arbeiten kann.

Chavah

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