ich möchte mich kurz bei Euch vorstellen.
Mein Name ist Tina, bin 52 Jahre alt, seit 8 Jahren mit einem Palästinenser (in Syrien geboren) zusammen, davon 7 Jahre verheiratet. Als wir uns kennen lernten war mein Mann schon über 20 Jahre in Deutschland und hatte auch die deutsche Staatsbürgerschaft.
Unsere Beziehung war von Anfang an problematisch. Ich habe immer versucht das zu tun, was er von mir erwartete, weil ich ihn so abgöttisch liebte. Ich habe von Anfang an in unserer Beziehung in seinen Augen sowieso immer alles falsch gemacht (falsch gekocht, falsche Klamotten, ich mag seine Familie nicht, mache den „falschen“ Sex, mache zu wenig Sex undundund) Er bestimmt alles, trifft Entscheidungen ohne mich zu fragen bzw. ohne mich zu informieren. Das fängt damit an, dass er seine ganzen Verwandten tagelang zu uns kommen lässt und ich „darf“ mich dann als Gastgeberin vollendet um sie kümmern. Ich muss noch anmerken, dass ich voll berufstätig bin (ich bin selbständig), verdiene sehr viel Geld. Mein Mann ist Schriftsteller ohne Einnahmen. Mir ist Übernachtungsbesuch einfach zu viel. Ich kann ja verstehen, dass er seine Familie sehen will, aber warum überlegt er nicht mal, ob ich das auch alles leisten kann? Er hat mir mal gesagt, dass er niemals eine Frau um „Erlaubnis“ fragen wird, es hat das getan zu werden, was er anordnet. Ausserdem kann ich mit seinen Freunden und Verwandten (mit 2 Ausnahmen) überhaupt nichts anfangen, da diese sich für nichts interessieren. es wird immer nur zuhause rumgehockt und palavert. Zurückziehen kann ich mich auch nicht, weil er dann sonst "sein Gesicht verliert" (was immer das heissen mag).
Zweites Problem ist, dass er munter viel Geld an seine Verwandten verteilt, auch hohe Summen (bis 5000 EURO), ohne mit mir darüber zu reden. Anfangs habe ich noch kein Arabisch verstanden, jetzt allerdings höre ich, was er am Telefon sagt, wieviel Geld er verteilt. ICH bin für das Geld arbeiten gegangen, sogar als ich vor 2 Jahren schwer krank geworden bin (es wurde MS festgestellt). Ich bin wahrhaftig nicht geizig, aber ich WILL einfach nicht mehr, dass er seine Verwandten mit Geld ausstattet, zumal alle mich sowieso hassen, weil ich die einzige Europäerin in der Familie bin. Das Problem: Ich habe Angst zu sagen, dass mir das und das nicht passt, weil er auch schon handgreiflich geworden ist.
Vor gut 2 Jahren habe ich mich von ihm getrennt, er hatte was mir einer polnischen Zahnärztin angefangen. Ich bin durch Zufall dahinter gekommen. Als ich ihn zur Rede stellte hat er MICH geschlagen und gewürgt, ich hatte da echt Todesangst. Die Trennung „hielt“ 3 Wochen, dann hatte er mich wieder so lange belabert, dass ich es mit ihm noch einmal versuchen wollte. Ihr Lieben, ich bereue diesen Schritt unendlich. Die Chance auf ein freies Leben habe ich somit vertan.
Ich fühle mich nicht stark genug, noch einmal eine Trennung einzuleiten, zumal ich auch keine Freunde/Familie habe. Ich habe Angst vor seinen Reaktionen. Die einzige Chance wäre, dass die Trennung SEINE Idee wäre, aber dafür hängt er wohl zu sehr an dem bequemen Leben, das ich ihm biete. Vor ein paar Tagen habe ich ihn gefragt, was er eigentlich von mir erwartet (als er sich wieder darüber beschwert hat, dass ich keine normale Frau bin, Menschen hasse….) Er sagte, dass ich, wenn ich von der Arbeit komme (es sind übrigens 10 Stunden!) ihm fröhlich um den Hals fallen soll (weil ich ihn ja so vermisst habe), dann trällernd in die Küche gehe, um zu kochen. Dann natürlich putzen und waschen (alles immer noch fröhlich), ich ihn „motivieren soll, etwas zu unternehmen“ und – ganz wichtig – stets im Leopardenhemdchen vor ihm aufreizend zu tanzen, damit er zu allem weiteren „verführt“ wird.
Ich habe schon wieder Horror vor dem Wochenende, ist ja diesmal sogar ein Tag länger. Er hat schon angedeutet, dass er erwartet, dass an diesen Tagen wieder "Normalität" herrscht, soll heissen, viel Sex (sorry).
Ihr Lieben – ich kann das nicht. Ich bin fertig, wenn ich von der Arbeit komme, quäle mich durch den Haushalt (kochen, putzen), habe keine Lust auf „Rausgehen“ und „erotische Turnübungen“. Derzeit schlagen auch die Wechseljahre bei mir zu, ich habe Null, wirklich Null Lust.
Ich sehne mich danach, wieder alleine zu leben und mich selbst bestimmen zu können. Ich habe für ihn alles aufgegeben - meine Freunde, meine Tiere.
Hat jemand von Euch auch so etwas erlebt? Wie komme ich aus dieser Sackgasse heraus? Wie kann ich es schaffen, meine Wünsche auch nur zu äußern, und dann noch etwas "durchsetzen"?

Ganz liebe Grüße,
Mummelputz