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von Elisa » 10.04.2012, 19:18
Dieses Gespräch mit Rohde empfinde ich so, wie manche Diskussionen, wie Kaugummi. Das Familienrecht wird in der Scharia genau beschrieben, zwar gibt es Unterschiede je nach Glaubensrichtung, aber es wird alles detailliert festgelegt.
Die Scharia ist eine rein religiöse Angelegenheit, hat also absolut nichts in unserer Rechtssprechung zu suchen. Die Kirchengesetze sind ja auch nicht in unserem Grundgesetz verankert.
Solange jeder sich alles auslegen kann, wie er will, und das ist halt in Glaubensfragen so, denn man spricht ja von nicht bewiesenen Dingen, ist das alles dehnbar und jeder kann es so benutzen, wie es ihm nützt.
Und was für die dortige Region gut ist, wo man sowieso nicht auspricht, was man denkt, muss für hier nicht gut sein.
Und deshalb wird man auch bei diesen Islamkonferenzen nicht zu einem Ergebnis kommen. Für ein Ergebnis braucht es Fakten, und kein Herumgeeiere, je nach vertretenem Verein auch noch total unterschiedliche Aussagen. Aber dieses dehnbare ist ja auch eine Strategie.
Ich habe mir es immer sehr schwer getan mit Menschen, die keine Meinung hatten, deren Aussagen keine Logik hatten, und habe es dann auch sein lassen. Solche GEspräche empfinde ich als Zeitverschwendung.
In der Scharia steht zum Beispiel, dass eine Frau nach Scheidung, solange sie die Versorgerin der Kinder ist, nur 20 km (kann auch 30 sein) vom Mann entfernt wegziehen darf. Die Entfernung ist ja nicht das Problem, sondern dass die Frau nur Versorgerin bis zum bestimmten Alter, was dann auch noch unterschiedlich je nach Glaubensrichtung ist, sein kann.
Und egal jetzt welches Alter, welche Entfernung etc., so etwas hat in unserer Rechtssprechung nichts zu suchen, denn hier hat die Frau nämlich das Sorgerecht für ein Kind, oder das mit dem Vater geteilte Sorgerecht. Sie kann ihr Kind in allen Angelegenheiten vertreten, weil eine Frau ein gleichberechtigtes Mitglied dieser Gesellschaft ist, ausgestattet mit allen Rechten und Pflichten.
Und man kann es halt nicht wie von Herrn Rohde beschrieben so machen, dass man halt solche Punkte einfach mal vergisst, weil man nicht darüber reden darf.
Dieses unter den Teppich kehren hat uns ja zur jetzigen Situation gebracht. Weil die Politiker nicht die volle Wahrheit sagen, und weil viele Bürger nicht die volle Wahrheit hören wollen, haben wir Probleme, die fast nicht mehr lösbar sind, wie diesen Riesenschuldenberg. Und wenn wir jetzt auch mal so ganz lapidar stellenweise unsere Grundgesetze vergessen, dazu gehört u.a. auch die Meinungsfreiheit, können wir ganz einpacken.
Das alles mag in diesen Ländern gehen, weil es auch Tradition ist, aber das funktioniert hier nicht.
Ein Kind, das so schwammig erzogen wird, das nie weiss, was die Eltern eigentlich meinen, kann ja nur stumpfsinnig werden.
Ich hätte gern gemeint haben wollen, habe es dann aber anders gemeint, als ich es doch gemeint habe, das für zu Null Ergebnis, so könnte ich überhaupt nicht leben. Denn wenn man diese Gewohnt annimmt, weiss man dann zum Schluss nicht mehr, wer man selbst ist und so kommt es dann zu den unweigerlichen Trugschlüssen und Katastrophen: Ich habe gemeint, ich wäre wie die Königin von England und habe mir halt mal was gekauft, und ich habe gemeint, die Schulden dafür könnte ich auf meinen Nachbar übertragen. Man meint, man wäre ein Model mit 150 kg und 70 Jahren. Wunderbar.
Und wenn man über die Scharia muss man über das reden, was da steht, und nicht über das, was man gern dort lesen würde.
Oder man muss es sein lassen, denn man wird nie zu einem gültigen Schluss kommen.
Es reicht ja schon, dass wir bei den Wahlversprechen und bei der Werbung belogen werden. Aber diese Dinge betreffen unser privates Leben und sind deshalb zu ernst, um darüber zu weicheiern.
Elisa